Aktuell

Das Jahrbuch 2018 des Dubnow-Instituts umfasst zwei Schwerpunkte: Der erste bietet neue Zugänge zur Geschichte der Juden in der DDR. Nachdem sich die historische Forschung in den vergangenen Jahrzehnten vornehmlich mit den Lebenswegen jüdischer Kommunisten sowie dem Verhältnis der SED zu den jüdischen DDR-Bürgern und zum Staat Israel befasst hat, stehen hier Fragen nach der Lebensrealität, aber auch nach individuellen Selbstentwürfen im Spannungsfeld von Sozialismus und jüdischer Herkunft im Arbeiter- und Bauernstaat im Vordergrund. Der zweite Schwerpunkt berichtet aus der unmittelbaren Erschließungsarbeit in Archiven und Privatsammlungen in Israel. Ausgehend von Nachlässen und Beständen, die im Rahmen eines Verbundprojektes des Deutschen Literaturarchivs Marbach und des Franz Rosenzweig Minerva Research Center an der Hebräischen Universität Jerusalem in den letzten Jahren aufgespürt, katalogisiert und bearbeitet worden sind, werden unterschiedliche Aspekte und Perspektiven einer in jüngster Zeit wiederentdeckten Traditionslinie der deutsch-jüdischen Geschichte präsentiert. Archivarische Theorie und Praxis, Fragen der Wissensübertragung und Exilforschung werden dabei anhand von Fallbeispielen aus Zoologie, Stadtplanung, Orientalismus, Bibliothekswesen, Film und Theater thematisiert. Der Allgemeine Teil und die Rubriken des Jahrbuches enthalten Beiträge zu Protagonisten und Facetten jüdischer Literatur-, Politik-, Philosophie- und Wirtschaftsgeschichte sowie zu deren Rezeption in Deutschland, Litauen, der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten von Amerika, darunter zu Hannah Arendt, Lazar Gulkowitsch, Melvin J. Lasky und Georg Simmel.

 

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Mit Beiträgen von Lina Barouch (Jerusalem), Silja Behre (Tel Aviv), Dina Berdichevsky (Tel Aviv), Michael Casper (New York), Netta Cohen (Oxford), Oskar Czendze (Chapel Hill, N. C.), Ludwig Decke (Jena), Cathy S. Gelbin (Manchester), Philipp Graf (Leipzig), Ulrike Huhn (Bremen), Markus Krah (Potsdam/Nashville, Tenn.), Jeannette van Laak (Leipzig/Halle [Saale]), Amit Levy (Jerusalem), Tim Friedrich Meier (Leipzig), Elena Müller (Tübingen), Ernst Müller (Berlin), Meirav Reuveny (Jerusalem), Judith Siepmann (Leipzig), Anja Thiele (Jena), Alexander Walther (Jena), Daniel Weidner (Berlin), Shira Wilkof (Haifa), Shelly Zer-Zion (Haifa).

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